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WERNER THUSWALDNER
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DER MANN MIT IDEEN
Roman von Werner Thuswaldner
Der
Erzähler entdeckt schon in jungen Jahren die äußerst
reizvolle Möglichkeit, Tatsachen zu manipulieren: beim
täglichen Vorlesen der Zeitung (darauf besteht der Vater),
beim Ablesen der Werte in einer kleinen Wetterstation,
später als Hilfsdramaturg und bei anderen Gelegenheiten.
Erfolge stellen sich prompt ein.
Ebenfalls schon sehr früh weitet er die
Manipulationskunststücke auf eine andere Person aus, seinen
„Freund“ Pierre. Der Erzähler setzt alles daran, Pierre zu
lenken. Er begleitet Pierres Studien- und spätere
Diplomatenkarriere intensiv. Das Abhängigkeitsverhältnis ist
enger nicht zu denken.
Der
Erzähler selbst übt sich indessen in immer virtuoseren
Manipulationsmethoden: zunächst als Sekretär eines Dichters,
dann als Hilfsdramaturg in einem Theater, als Trauerredner
fälscht und schönt er Lebensläufe, und schließlich wird er
zu einem gefragten Berater. Gerade dieses Terrain bietet
seiner Passion ein ideales Betätigungsfeld.
Parallel
dazu steigt Pierre als Marionette des Erzählers in
schwindelnde Höhen auf. Er ist aber den Anforderungen bei
weitem nicht gewachsen, weshalb es zuletzt zu einer
dramatischen Zuspitzung kommt, weil der Strippenzieher aus
seiner Deckung heraustreten muss.
Nachzutragen ist, dass die Manipulationsbegabung des
Erzählers in Bezug auf Frauen weit weniger gut funktioniert.
Der Roman ist nicht zuletzt eine Satire auf die
österreichische Geschichte des 20. Jahrhunderts und die
gespannte Beziehung zum großen Nachbarn Deutschland. |

Lesung mit Werner Thuswaldner am 15.11.09
im Forum Literatur aus seinem Roman "Der Mann mit
Ideen":

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